Eine Geschichte vom Schlafen und Schnarchen

Über die Eigenarten und eine mögliche Bedeutung des Schlafens sind schon seit Anbeginn der Menschheit zahllose Vermutungen angestellt worden. So nannten die Menschen des Altertums den Gott des Schlafes Hypnos und rückten diesen ganz nah heran an Thanatos, den Gott des Todes – eine bemerkenswerte Allianz! Doch neben all den erquicklichen Mythen und Deutungen war das Schnarchen wohl schon immer ein sehr reales Problem, schließlich wurden und werden bis heute unzählige Menschen mit dieser lange ebenso unerklärlichen Tätigkeit geplagt, gleich ob sie selbst darunter litten oder zum Zuhören verdammt blieben.

Grundsätzlich ist Schnarchen eine völlig normale Angelegenheit, die eine Reaktion unseres Körpers auf bestimmte Mängel, Fehlstellungen oder gar Erkrankungen darstellt. Dazu gleich mehr.

Aufgrund der immensen Bedeutung des guten Schlafes hat das störende Schnarchen immer mehr Aufmerksamkeit erfahren und seit der Erfindung von Schlaflaboren lässt sich genau feststellen, welche Hilfe bei Schnarchen notwendig erscheinen mag. Im Schlaflabor wird gestörter (oder auch gesunder) Schlaf genaustens dokumentiert, die unterschiedlichsten Schlaftiefen mit ihren jeweiligen Bedeutungen untersucht und der Schlafende intensiv über Risiken und mögliche Gefahren aufgeklärt. Freilich hat nicht jeder die Zeit und wohl auch nicht die Lust, sich und seine Schlaf- wie Schnarchgewohnheiten so eingängig untersuchen zu lassen, vielmehr greifen viele von ihnen zu scheinbar bewährten Hausmittel gegen das Schnarchen oder aber – ungleich bedenklicher – sie ertragen es stumm, wenn der Partner des Nachts zum Angriff trompetet. Das jedoch kann zum Problem werden, da sich beim Schnarchen teilweise Lautstärken entwickeln, die weit über das erträgliche Maß hinausgehen und die immer einen Eingriff in die dringlich notwendige Nachtruhe bedeuten. Ist diese nachhaltig und auf Dauer (keine Seltenheit bei Partnern von Schnarchern) gestört, können sich Erkrankungen wie Bluthochdruck und Übergewicht entwickeln und auch der Schnarcher selbst kann unter Sauerstoffarmut und den entsprechenden Folgen leiden, die wir hier noch genauer darlegen werden. Zunächst aber ein paar allgemeine Hinweise zum Wesen des Schnarchens und zu seinen Ursachen.

 

Über das Schnarchen und seine Ursachen

Dem Schnarchen liegt in den meisten Fällen eine Fehlstellung der Luftwege zugrunde. Eine Erschlaffung der betroffenen Muskeln beim Atmen führt zum Flattern oder auch zum Vibrieren des Gaumensegels, wodurch das Zäpfchen und oft auch der gesamte Rache wie eine Fahne im Wind anfangen zu flattern. Störende Geräusche sind die Folge dieses Phänomens, der Betroffene schnarcht. Die beschriebene Fehlstellung wiederum kann eine ganze Reihe von Ursachen haben, die es in jedem Einzelfall abzuklären gilt, schließlich kann eine spätere Schnarch-Abhilfe nur wirken, wenn der richtige Adressat für eine medikamentöse Heilung beziehungsweise für eine tiefergehende Operation genau feststeht. Nicht immer sind bestehende Infektionen des Halsbereiches oder genetische Verengungen der Luftwegen verantwortlich, auch Zivilisationskrankheiten wie starkes Übergewicht oder Diabetes können als Verursacher gelten. Daneben ist Rauchen wie so oft ein besonders mächtiger Feind des Organismus, so auch hier, und der übermäßige Genuss von Alkohol, zumal vor dem Schlafengehen, führt gleichfalls zu nächtlichen Schnarchattacken. Medikamente müssen hier noch genannt werden und schließlich die Art und Weise des Schlafens selbst: Menschen, die auf dem Rücken ruhen und schlafen, neigen in größerem Maß zum Schnarchen als Seiten- oder gar Bauchschläfer. Das mag der Körperhaltung im Allgemeinen geschuldet sein, die Physiognomie des freien Durchatmens verlangt jedenfalls eine bestimmte Spannung der Atemwege, was sich auf den Unterkiefer und andere Bereiche auswirkt. Freilich wollen wir das hier nicht vertiefen und uns lieber mit den – erheblichen – Folgen des Schnarchens und der möglichen Hilfe gegen diesen Feind in unserem Bett beschäftigen.

 

Gefahren des Schnarchens und sinnvolle Gegenmaßnahmen

Ein durch Schnarchen gestörter Schlaf führt auf Dauer zu erheblichen Beeinträchtigungen der körperlichen wie seelischen Gesundheit. Nicht nur, dass die Schnarcher selbst oft zu wenig Sauerstoff aufnehmen und deshalb zahlreiche Erkrankungen riskieren, ihre Partner können oft überhaupt nicht mehr schlafen und die des Nachts durchgeführten Reparaturprozesse fallen mangelhaft aus. Da unser Körper im Schlaf zum Beispiel Fett abbaut und all die über die Nahrung aufgenommen Nährstoffe umwandelt, fehlt sowohl den Schnarchern wie auch ihren Bettpartnern oft dieser Regenerationsprozess. Oft leiden sie dann wiederum an Übergewicht, sind gestresst und natürlich müde. Eine Erholung scheint kaum in Sicht und so bleibt vielen Betroffenen nur der Gang zum beratenden Mediziner. Manche schrecken auch davor zurück und halten die Privatheit des gemeinsamen Bettes für unverletztlich, versündigen sich dabei aber eindeutig und gründlich an ihrer Gesundheit! Wer schnarcht oder sich durch das Schnarchen um seinen Schlaf gebracht fühlt, muss Gegenmaßnahmen ergreifen!

 

Was aber hilft gegen Schnarchen wirklich? Liegt die Ursache in einer genetischen oder erworbenen Fehlstellung, muss oft der Chirurg ran, der zum Beispiel eine gekrümmte Nasenscheidewand richtet oder – ungleich intensiver – gleich den Rachen strafft oder schrumpft. In den USA gibt es vielfältige Verfahren, die hierzulande manchmal umstritten sind und eher selten zum Einsatz kommen. Da wird dann mit Verätzung und dem chirurgischen Messer gearbeitet, was gerade die langfristigen Folgen solcher Eingriffe kaum abschätzbar macht.

Bei anderen Ursachen als den Fehlstellungen hilft oft schon die Apotheke mit Hausmitteln gegen das Schnarchen. Als sehr beliebt hat sich die in Apotheken erhältliche Schnarcherschiene herausgestellt. Wer will, kann auch eine Schnarchbinde ausprobieren, die eine Mundatmung und damit das Schnarchen selbst unterbindet. Ziemlich ausgefallen erscheint uns das, war aber in früheren Zeit eine der gängigsten Methoden! Heute muss sich niemand mehr zur Nasenatmung zwingen lassen, vielmehr gibt es auch Tropfen bei einer Erkältung oder die vielfach bewährte Schlafmaske. Diese stellt eine besonders innovative Maßnahme gegen das Schnarchen dar, ist allerdings optisch keine sonderlich ansprechende Erscheinung. Der Schnarcher wird mittels einer Schlafmaske über ein Drucksystem in seiner Atmung unterstützt und kann befreit durchatmen. Ärzte und Schlafmediziner halten diese Maske für eines der wirkungsvollsten Mittel gegen das Schnarchen überhaupt und raten in sehr vielen Fällen zum Ausprobieren.

Gängige Hausmittel: Auf Alkohol und Rauchen verzichten! Bei vorliegender Allergie unbedingt auf geeignete Bettwäsche umsteigen und hinreichend lüften. Ebenfalls ein einfach zu bewerkstelligendes Verfahren: Der Schnarchrucksack. Dieser ist in der Apotheke erhältlich, lässt sich aber auch ganz einfach selbst bauen. Dafür werden Tennisbälle auf den Rücken eines T-Shirts genäht, so dass der Schnarcher nicht mehr auf dem Rücken schlafen kann! Mit der Zeit erfolgt eine Umgewöhnung der Körperhaltung zur Seite und zur Bauchlage hin, das Schnarchen kann dann gegebenenfalls dauerhaft bekämpft werden. Klingt vielleicht ein wenig kurios, ist aber ungemein wirkungsvoll.

Dem Schnarcher kann in jedem Fall auf die eine oder andere Weise geholfen werden. Bis dahin empfiehlt es sich den Partner, sein Nachtlager in einem anderen Raum zu suchen. Mag es da auch nicht so bequem sein (es kann ja auch der Schnarcher selbst dort schlafen) wie im großen Ehebett, der Körper wird es freilich danken, wenn er sich wieder voll und ganz dem eigentlichen Sinn des Schlafens widmen kann: Erholung und Regeneration.